*24. Aug. 1856 in Unter-St. Veit bei Wien, †2. Juli 1911 in München, Dirigent und Komponist. Mottl kam 1866 als Sopranist an das Löwenburgische Konvikt in Wien. Nach dem Musikstudium am dortigen Kons. (1870–1875), u. a. bei A. Bruckner (Harmonielehre, Kontrapunkt), Anton Door (Klavier) und O. Dessoff (Dirigieren, Instrumentation), war er als Korrepetitor am Opernhaus sowie im von ihm mitgegründeten Akademischen Wagner-Verein tätig, 1878 auch kurzzeitig als Kpm. an der Komischen Oper. Durch die Vermittlung von H. Richter wurde er 1876 als Kopist und Assistent zu den ersten Festspielen nach Bayreuth berufen, wo er zwischen 1886 und 1906 mehr als 70 Aufführungen leiten sollte. 1880 wurde er Hofkpm. sowie (bis 1892) Dgt. des Philharm. Vereins in Karlsruhe; 1893 zum GMD ernannt, war er überdies als Gastdirigent vor allem in Paris, Brüssel und London tätig. 1904 wechselte er nach einem halbjährigen Gastaufenthalt an der New Yorker Metropolitan Opera als Hofkpm. nach München, wo er auch die Direktion der Kgl. Akademie der Tonkunst übernahm. 1907 wurde Mottl schließlich zum Direktor der Münchener Hofoper ernannt. Am 21. Juni 1911 erlitt er während einer Tristan-Aufführung einen Herzanfall, dessen Folgen er zwölf Tage später...