fl. ca. 1540 bis 1588 in Italien, frankoflämischer Komponist. Die Herkunft Geros ist nicht dokumentiert. Nach Luigi Ferdinando Tagliavini (MGG [1955]) sprechen aber sowohl Vor- als auch Nachname für eine wallonische Herkunft; Gero wäre damit neben Arcadelt und Willaert einer der Komponisten, die von jenseits der Alpen nach Italien kamen und dort die erste Blüte des volkssprachlichen Madrigals mittrugen. Informationen zu Geros Laufbahn sind kaum vorhanden: Antonio Gardanos Aussage (Vorw. zum Biciniendruck von 1541), der – offenbar zu diesem Zeitpunkt noch sehr junge – Gero habe die Bicinien des Primo libro […] a due voci von 1541 »a mia instantia« komponiert, also auf Gardanos Veranlassung hin, läßt die Vermutung zu, der Komponist habe sich zu dieser Zeit in Venedig aufgehalten, genauso wie die Tatsache, daß Gardanos venezianischer Konkurrent Girolamo Scotto die Stücke in Wirklichkeit schon im Jahr davor zum erstenmal publiziert hatte (s. J. S. Bernstein 1998, S. 257). Auch daß Gero in einem dreistimmigen Madrigaldruck Gardanos von 1541, der vorgeblich den Werken C. Festas gewidmet ist, 40 eigene Stücke unterbrachte, spricht für einen persönlichen Kontakt zum Verleger. Im Vorwort zum ersten Buch der Motetti a cinque voci (Vdg. 1555) schrieb der Herausgeber Pietro d’Arezzo,...