* 15. Okt. 70 vor Chr. in Andes (heute Pietole) bei Mantua, † 21. Sept 19 v. Chr. in Brundisium (Brindisi), beigesetzt in Neapel, Dichter. Vergil, der älteste der drei augusteischen Klassiker (Vergil, Horaz, Ovid) wirkte mit seinen drei Hauptwerken, den 10 Eklogen (Bucolica) (Hirtengedichten, 42–39 v. Chr.), dem Lehrgedicht Georgica (Vom Landbau, 4 Bücher, 37–29 v. Chr.) und dem römischen Nationalepos Aeneis (12 Bücher, 29–19 v. Chr., nicht ganz vollendet und aus dem Nachlaß herausgegeben) von der Antike durch das ganze MA. nachhaltig prägend bis in die Neuzeit auf die europäische Kultur. Auch eine Geschichte der musikalischen Auseinandersetzung mit seinen Texten und Ideen läßt sich bis zur Gegenwart verfolgen. Wurden seine Verse, auch im Vergleich etwa zu den Oden des Horaz, im Original eher selten, in Übersetzungen so gut wie nie vertont, so übten die von ihm gestalteten Themen und Stoffe doch immer wieder eine starke Anziehungskraft auf die Komponisten aus.Der wichtigste Impuls für die Musik ging ohne Zweifel vom 4. Buch der Aeneis mit der Dido-Tragödie aus: Verse aus diesem Buch wurden bereits im MA., dann vor allem im 16. Jh., vereinzelt auch noch in späterer Zeit vertont. Bedeutender...